Von Rietberg bis Rheine: Paddeln auf der westfälischen Ems

Wer "Ems" hört, denkt zuerst ans Emsland: Kuhweiden, Erdölpumpen, Mayer-Werft Papenburg ... doch die Ems ist eher ein westfälischer denn ein niedersächsischer Fluss: Sie entspringt unweit von Paderborn.

Kanufahrer unterscheiden die Ems in zwei Abschnitte: Den westfälischen Teil zwischen Wiedenbrück und Rheine sowie den niedersächsischen Unterlauf durchs eigentliche Emsland, der von Rheine bis Emden reicht. Die meisten Kanuten befahren "nur" den westfälischen Abschnitt. Denn nur bis Rheine gehört ihnen der Fluss allein - von dort an ist die Ems eine schiffbare Bundeswasserstraße und mit Vorsicht zu genießen.

Obwohl die Ems ab Rietberg für Kanutouren freigegeben ist, gilt allgemein die alte Residenz Wiedenbrück als Beginn des hiesigen Paddel-Reviers. Vorher stören Stau- und Schleusenwehre zur Zähmung des abschüssigen Flusses die freie Fahrt. Ab Wiedenbrück jedoch befindet sich die Ems im Flachland und rollt fortan gemächlich, aber ungebremst dem Dollart zu.

Auf dem Weg dorthin durchquert sie zunächst das östliche Münsterland und passiert Warendorf und Telgte, ehe sie sich von ihrer "wildesten" Seite zeigt: Die Ems-Auen sind eines der letzten Flusswälder Deutschlands und stehen unter strengem Naturschutz. Deshalb dürfen hier von Mai bis Oktober nur angemeldete Kanufahrten stattfinden! Etwas schneller geht es über den 2004 angelegten Emsauen-Radweg.

Bei Münster können Sie wieder einsteigen. Ab hier folgt der Dortmund-Ems-Kanal dem Fluss durch Greven und Emsdetten nach Rheine. Hier ist das Kanu-Eldorado, hier reihen sich die Bootshäuser und Anlegestellen der Klubs bis weit ins eigentliche Emsland hinein, wo die Ems allmählich zur Schiffsautobahn avanciert.

Informationen zu Flussfahrten, Bootsverleih, Sehenswürdigkeiten etc. erhalten Sie in allen Anrainerstädten oder bei den Tourismusbehörden.