Per Kanu durch den Naturpark Westhavelland: Brandenburg - Rathenow

Mit 325 km Länge bildet die Havel ein einmaliges Wassersportrevier im Raum Berlin/Brandenburg. Ihr geringes Gefälle (40 Meter von Quelle zur Mündung) macht sie für gemächliche Kanu-Reisen interessant.

Besonders lohnend ist eine Wasserreise von Brandenburg nach Rathenow. Für die 46 km sollte man ein verlängertes Wochenende einplanen. Auch der Fluss lässt sich viel Zeit, um in weiten Schwüngen den Naturpark Westhavelland zu passieren.

Vom Wasserwanderrastplatz Näthewinde in der Altstadt von Brandenburg aus kann man sich mit einer Umrundung des historischen Stadtkerns (7 km) warm paddeln. Dann geht es westwärts zum Breitling- und Plauer See. Vorsicht: Bei Westwind kann es hier ungemütlichen Wellengang geben.

Ab Plaue wendet sich der Fluss nach Norden, zur Linken liegt das prächtige Barockschloss. An Dörfern wie Briest und Kranepuhl vorbei macht sich die Havel ordentlich breit, bis sie Pritzerbe erreicht. Nun wird es schmal und kurvenreich. Hier beginnen die "Unteren Havelniederungen", eines der größten zusammenhängenden Feuchtgebiete Europas, seit 1990 geschützt.

Bei Kilometer 84,4 ist beim Dörfchen Bahnitz ein technisches Wunderwerk zu bestaunen: ein "Nadelwehr" aus 600 Kanthölzern. Auch Orte wie Milow und Mögelin laden zum geruhsamen Landgang ein. Und schon bald sieht man im Norden den Turm der St.Marien-Andreas-Kirche: Rathenow ist erreicht.

Wo rastet man auf der Zwei-Tages-Tour? Kein Problem: Unterwegs warten zahlreiche Anlegemöglichkeiten für Kanus, meist Wasserwanderrastplätze und Steganlagen bei Campingplätzen, Vereinen, Gaststätten. Achten Sie auf das Symbol "Gelbe Welle": Hier erwartet den Kanu-Reisenden ein "Willkommen" und eine ordentliche Infrastruktur mit sanitären Einrichtungen, Gastronomie etc. Standorte sind z.B. Kirchmöser, Plaue, Pritzerbe, Premnitz und Milow.